(von Roberto Longoni)
Liebe Reto
Merci viu Mau für den Ausflug, den du organisiert hast. Ich weiss, dass ich wieder einmal sehr spät bin mit meinem Dank. Vielleicht kannst du dich jedoch nicht mehr an alle Einzelheiten unserer Wanderung erinnern, darum sollen dir diese Zeilen helfen unser Abenteuer nochmals Revue passieren zu lassen:
Am 12. Mai 2001 um zehn Uhr morgens hast du uns ins
Hollyfood befohlen. Für meine Wenigkeit war es zwar noch viel zu früh,
trotzdem wollte ich diesen einzigartigen Tag nicht im Bett verbringen. Mit
ein paar unserer Freunde sassen wir also vor einem gediegenen Tisch. Man
merkte uns an, dass wir zu Hause entweder schlecht behandelt werden oder
der Pleitegeier über den unseren Kühlschrank kreist. Auf jeden Fall
wurde zünftig gespiessen und einige wenige stimmten sich bereits mit Bier
und Grappa auf den wunderschönen Tag ein.
Nach einer malerischen Fahrt ins Blaue, gelangten wir auf den Gurnigel.
Dort konnte uns nichts mehr halten - wir wollten noch höher hinaus. Wir
Gipflestürmer bereiteten uns gewissenhaft vor um den Leiterlipass zu
ersteigen. Alsbald bemerkten doch einige ihr konditionelles Handicap und
konnten unseren Gemsen nicht mehr folgen. Ich selber begnügte mich mit
der Rolle der Nachhut - ich muss sagen sie gefiel mir ganz gut. Guido
musste unseren Convoy vorzeitig wegen Profilproblemen verlassen. Der
Aufstieg im kniehohen Schnee wurde zwar zur Qual, konnte uns aber nicht
von einem feinen Tröpfchen Weisswein auf dem Grat abhalten. Während
einige unentwegte - du übrigens auch - noch weiter gingen, spielte ich
wieder einmal mit meinem Leben... zum Glück ist alles gut gegangen!
Am späteren Nachmittag ging es dann in unsere Bleibe - ein schmuckes
Berghaus erwartete uns für die nächsten Abenteuer. Wir wussten, dass uns
noch einige folgen werden, trotzdem musste endlich einmal unser Durst
gelöscht werden. Ich kann dir beim besten Willen nicht mehr sagen,
wieviel bereits konsumiert wurde, aber es waren einige "Flasch".
Beim Käsefondue kannten wir wieder einmal nicht unser Limit - am Schluss
mussten doch einige ihre Bäuche massieren und jammerten über die zu
vielen Kalorien (es sollten nicht die Letzten an diesem Abend sein).
Während einige sich mehr gehobenen Gesellschaftsspiele hingaben, frönten
die anderen deftige Trinkspiele. Unserem Gastgeber kann niemand vorwerfen,
dass er nicht auch ein guter Chiubigigu wäre, wenn es ums Trinken geht.
Ich glaube einige inklusive mich selber waren doch nach
dieser Nacht sehr angeschlagen. Ich habe ja nach diesem Abend den
Übernamen "Göle" - wissen die Götter wieso...
Am Sonntagmorgen wurden wir von einigen Radaubrüder aus unserem Rausch
wieder in die Wirklichkeit zurückgeholt. Einige hielten jedoch nichts von
dieser Aktion und blieben noch liegen, während du und Sandro sich lieber
von der Sonne wecken liessen. Es ging jedoch nicht lange und jeder ging
wieder dem wichtigsten im Leben nach - wir stürzten uns auf den
herrlichen Brunch und genossen den duftenden Kaffee auf der Terrasse.
Leider ging auch für uns alte Krieger dieser Ausflug zu ende und wir
fuhren wieder gegen unsere "Heimat". An dieser Stelle sei jedoch
nochmals erwähnt, dass Daniel sich noch ein Bier gegen den Kater zu
Gemüte führte... ächzzzz!
Ich habe diesen Ausflug sehr genossen und danke dir nochmals für Dein Engagement. Super gemacht Reto!!!